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Von Markscheidern und Hauern
Bergwerke entstanden nicht planlos, sondern wurden sorgfältig vermessen und geplant. Erfahrene Markscheider nutzten spezielle Messinstrumente, um den Verlauf der Stollen zu bestimmen, die richtige Richtung für den Vortrieb festzulegen und sicherzustellen, dass die Bergleute den Erzadern präzise folgten. Gleichzeitig sorgten sie dafür, dass die Grenzen benachbarter Grubenfelder nicht überschritten wurden.
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Ein Bergwerk ist ein komplexes unterirdisches Bauwerk. Mit seinen zahlreichen Stollen und verschiedenen Sohlen wirkt es auf den ersten Blick wie ein Labyrinth. Doch der Abbau erfolgte keineswegs planlos. Präzise Vermessungen unter Tage waren die Grundlage für einen erfolgreichen und sicheren Bergbau.
Die Bergleute mussten den wertvollen Erzadern und Gesteinsschichten möglichst genau folgen. Dabei spielte der Hauer eine wichtige Rolle: Dank seiner Erfahrung konnte er wertvolles Erz von gewöhnlichem Gestein unterscheiden. Die Richtung des Vortriebs legte jedoch der Markscheider fest. Er vermaß die Grube, trug neue Strecken in die Grubenrisse ein und erstellte so gewissermaßen einen Grundriss des Bergwerks unter Tage.
Die Aufgaben des Markscheiders ähnelten denen eines Vermessungsingenieurs von heute. Er bestimmte die Grenzen der Grubenfelder über und unter Tage und stellte sicher, dass die Arbeiten nicht in benachbarte Bergwerke oder fremdes Eigentum hineinführten. Bereits im Mittelalter waren Markscheider vereidigte Beamte. Ihre Vermessungen hatten rechtliche Gültigkeit und galten als verbindliche Urkunden.
Für ihre Arbeit nutzten sie verschiedene Messinstrumente, darunter Kompass, Winkelmesser, Messkette, Messseil und einen Neigungsmesser.
Mit dem Neigungsmesser bestimmten sie den Steigungs- oder Gefällewinkel eines Stollens. So konnten sie festlegen, wie stark ein neuer Grubenbau ansteigen oder abfallen sollte.
Zur Bestimmung der Himmelsrichtung verwendeten sie einen speziellen Grubenkompass, den sogenannten Zirkumferentor. Er wurde an einem straff gespannten Seil befestigt und zeigte die Richtung des magnetischen Nordens an. Da Eisen den Kompass beeinflusst hätte, bestanden sowohl die Vermessungsgeräte als auch die Grubenlampen möglichst ohne eiserne Bauteile.
Damit der Hauer den Stollen exakt in der vorgegebenen Richtung vortrieb, wurde schließlich eine sogenannte Teilung von der Decke herabgelassen. Sie bestand aus drei mit Steingewichten beschwerten Schnüren, die genau mit einer Markierung an der Felswand ausgerichtet wurden. Diese einfache, aber wirkungsvolle Orientierungshilfe half den Bergleuten, den Stollen zentimetergenau in die geplante Richtung voranzutreiben.