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Feengrotten-Ocker
Nach der Stilllegung des Alaunbergwerks trat nur noch eisenhaltiger Ockerschlamm aus dem alten Stollen aus. Zunächst wurde er zur Herstellung von Farbpigmenten genutzt, später vor allem wegen seiner heilenden Wirkung geschätzt.
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Im 19. Jahrhundert kam der Abbau von Alaunschiefer in ganz Europa zum Erliegen. Auch das Bergwerk „Jeremias Glück“ wurde stillgelegt und geriet nach und nach in Vergessenheit. Sichtbar blieb lediglich der ockerfarbene Schlamm, der weiterhin aus einem ehemaligen Stollen austrat.
Ocker ist ein natürliches Pigment, das je nach Zusammensetzung blassgelb bis gelbbraun erscheint. Seit Jahrtausenden wird es als Farbstoff verwendet. Ocker kommt in vielen unterschiedlichen Formen in der Natur vor. Chemisch entsteht er durch die Verwitterung eisenhaltiger Gesteine und enthält große Mengen wasserlöslicher Eisenoxide.
Nach der Schließung des Bergwerks im Jahr 1855 erwarb der Saalfelder Unternehmer August Wohlfarth das Gelände im Jahr 1867. Er staute das Grubenwasser im Entwässerungsstollen und gewann daraus Eisenocker – ohne zu wissen, woher dieser eigentlich stammte. In seiner Fabrik in Saalfeld wurde der Ockerschlamm getrocknet und zu Farbpigmenten verarbeitet, die unter anderem für Fassadenanstriche verwendet wurden.
Das Unternehmen war bis 1909 mäßig erfolgreich. Da die Ausbeute an Ocker jedoch immer geringer wurde, lohnte sich die Produktion schließlich nicht mehr und wurde eingestellt. Damit endete die Nutzung der mineralischen Rohstoffe des Bergwerks „Jeremias Glück“.
Dennoch blieb der austretende Ockerschlamm bei der Bevölkerung beliebt. Ihm wurden heilende Eigenschaften zugeschrieben, und seit dem 20. Jahrhundert wird er mit großem Erfolg zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt – unter anderem bei rheumatischen Erkrankungen.