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Lebendige Steine
Die Feengrotten sind einzigartig, denn ihre Tropfsteine bestehen überwiegend aus dem seltenen Mineral Diadochit und nicht aus Kalkstein. Aufgrund der besonderen Wasserverhältnisse in den Grotten wachsen diese Formationen deutlich schneller als Tropfsteine in herkömmlichen Kalksteinhöhlen.
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In den Stollen des ehemaligen Bergwerks „Jeremias Glück“ trifft alkalisches Tiefenwasser auf das saure Wasser aus den oberflächennahen Schichten. Diese besonderen unterirdischen Wasserverhältnisse sind der Grund dafür, dass sich die Feengrotten zu den farbenreichsten Schaugrotten der Welt entwickeln konnten.
Tropfsteine entstehen normalerweise in Kalksteinhöhlen. Dort löst kohlensäurehaltiges Sickerwasser den Kalkstein auf und transportiert das gelöste Calciumcarbonat in die Höhle. An der Höhlendecke bleiben mit jedem Wassertropfen winzige Kalkkristalle zurück, aus denen über lange Zeit Tropfsteine wachsen.
Dieser Prozess verläuft äußerst langsam: Bis ein Kalktropfstein zwischen acht und fünfzehn Millimeter wächst, vergehen mehr als hundert Jahre. Für einen Tropfstein von einem Meter Länge sind daher rund zehntausend Jahre erforderlich. In Trockenzeiten kommt das Wachstum sogar vollständig zum Erliegen.
Auch in den Feengrotten gibt es Kalktropfsteine. Sie sind jedoch selten, denn das überwiegend saure bis stark saure Wasser verhindert, dass sich Calciumcarbonat ablagert.
Die meisten Tropfsteine in den Feengrotten bestehen stattdessen aus dem weichen Mineral Diadochit. Unter den besonderen Bedingungen der Grotten wachsen sie bis zu drei Zentimeter pro Jahr – eine Länge
Probier es selbst:
Kann man das Wachstum von Tropfsteinen beschleunigen, indem mehr Wasser auf sie tropft? Welche Rolle spielt der pH-Wert des Wassers? Und wie entstehen die leuchtenden Farben der Feengrotten? Hier können Sie es selbst ausprobieren und entdecken, welche Faktoren das Wachstum von Tropfsteinen beeinflussen.
pH-Wert
Der pH-Wert gibt an, ob eine wässrige Lösung sauer, neutral oder alkalisch ist. In einer Höhle entscheidet er darüber, ob Tropfsteine wachsen oder sich auflösen. Ein leicht saurer bis alkalischer pH-Wert – etwa zwischen 6 und 14 – begünstigt das Wachstum. Ist das Wasser jedoch stark sauer, also bei einem pH-Wert unter 3, werden die Tropfsteine langsam zersetzt.
Wasserzufuhr
Auch die Wassermenge spielt eine entscheidende Rolle. Gelangt viel mineralreiches Wasser in die Höhle, können Tropfsteine wachsen. Fließt dagegen nur wenig Wasser nach, verlangsamt sich ihr Wachstum oder kommt ganz zum Stillstand.
Mineralien
Das Tropfwasser in den Feengrotten enthält außerdem verschiedene Metalle und andere gelöste Stoffe. Aus ihnen entstehen neue Minerale, die den Tropfsteinen ihre außergewöhnlichen Farben verleihen.
- Diadochit: Tropfsteine aus reinem Diadochit sind weiß bis hellgelb.
- Kupferverbindungen: Sie färben die Tropfsteine blau oder grün.
- Eisenverbindungen: Sie erzeugen rostrote bis braune Farbtöne, teilweise auch Gelb.
- Manganverbindungen: Sie sorgen für braun-schwarze bis tiefschwarze Färbungen.
- Vanadiumverbindungen: Sie erzeugen verschiedene Grüntöne – von Gelbgrün über Olivgrün bis hin zu Apfelgrün.