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Wassereinbruch

Wasser unter Tage zu beherrschen, gehörte seit jeher zu den größten Herausforderungen des Bergbaus. Um ein Überfluten der Gruben zu verhindern, entwickelten die Bergleute ausgeklügelte Entwässerungssysteme und Pumpvorrichtungen. Wasserlösungsstollen – wie der Stollen der Feengrotten – leiten das Grubenwasser bis heute sicher aus dem Bergwerk hinaus.

Wasser dringt in jedes Bergwerk ein – manchmal in erheblichen Mengen. Wird es nicht kontinuierlich abgeführt, sammelt es sich unter Tage an und kann ein Bergwerk überfluten. Die Beherrschung des Wassers war daher schon immer eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen sicheren und erfolgreichen Bergbau.

Das Wasser gelangt auf unterschiedliche Weise in die Grube. Ein Teil stammt aus Niederschlägen, die durch das Gestein bis in das Bergwerk sickern. Auch hier in den Feengrotten lässt sich dieses Phänomen beobachten: Noch Wochen nach starken Regenfällen oder der Schneeschmelze tropft an manchen Stellen Wasser von der Decke – fast wie ein unterirdischer Regenschauer.

Eine weitere Wasserquelle ist das Grundwasser. Wird beim Abbau eine wasserführende Gesteinsschicht angeschnitten, kann plötzlich große Wassermenge in das Bergwerk eindringen. Ein solches Ereignis bezeichnet man als Wassereinbruch und es gehörte zu den größten Gefahren des Bergbaus.

In den Anfängen trugen sogenannte Wasserträger das Grubenwasser in Eimern, Kübeln oder Töpfen mühsam aus dem Bergwerk. Ab dem 14. Jahrhundert kamen zunehmend technische Hilfsmittel zum Einsatz – zunächst von Menschen oder Pferden angetrieben, später auch durch Wasserkraft.

Die wichtigste Einrichtung zur Entwässerung war der Wasserlösungsstollen. Er lag auf der tiefsten befahrbaren Ebene des Bergwerks und leitete das Wasser allein durch das natürliche Gefälle nach draußen. Der Wasserlösungsstollen der Feengrotten erfüllt diese Aufgabe bis heute: Sein Wasser fließt nur wenige Meter von hier entfernt in den Arnsgereuther Bach.

Seit den Anfängen des Bergbaus verbanden Leitern und aus Baumstämmen gefertigte Treppen die verschiedenen Sohlen eines Bergwerks miteinander. Neben der Wasserhaltung stellte vor allem der Transport des gewonnenen Gesteins eine große technische Herausforderung dar.

Bereits zu Beginn des 12. Jahrhunderts kamen einfache Förderwinden zum Einsatz. An einem Seil hing ein hölzerner Förderkübel, der durch das Aufwickeln des Seils auf eine waagerecht gelagerte Trommel auf- und abgelassen wurde. Bedient wurde die Winde von einem eigens dafür eingesetzten Arbeiter, dem Windenknecht. Er beförderte das Erz von einer Sohle zur nächsten. Für den Weitertransport bis an die Oberfläche wurden häufig auch Jungen eingesetzt. Sie trugen das Erz auf Metallblechen oder in schlauchartigen Ledersäcken aus dem Bergwerk heraus.

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